Die Wahlarzt-Ordination, die Menschen bewusst wählen

Wer zu dir kommt, zahlt selbst. Diese Entscheidung fällt lange vor dem ersten Termin und sie fällt auf deiner Website. Das gilt besonders für Ordinationen, in denen Zeit und Gespräch die eigentliche Leistung sind.

Die Entscheidung fällt vor dem ersten Termin

Bei einer Kassenordination entscheidet meistens der Weg oder der nächste freie Termin. Bei dir entscheidet sich dagegen jemand ganz bewusst dafür, Geld für etwas auszugeben, das er nebenan günstiger bekäme. Diese Entscheidung trifft er allein vor dem Bildschirm, ohne dich je gesehen zu haben.

Deshalb ist deine Website eigentlich kein Aushängeschild, sondern der Ort, an dem die Entscheidung tatsächlich fällt. Sie muss ohne dich im Raum beantworten, was jemand für sein Honorar am Ende wirklich bekommt.

Die Antwort darauf ist übrigens fast nie fachlicher Natur, denn deine Ausbildung setzen ohnehin alle voraus. Was den Unterschied macht, ist die Art, wie du arbeitest: wie lange ein Termin dauert, wie du erklärst und ob du erreichbar bist, wenn hinterher etwas unklar bleibt.

Wenn Eltern entscheiden

In der Kinder- und Jugendheilkunde entscheidet nie die Person, die zu dir kommt, sondern es entscheiden immer die Eltern. Sie zahlen privat, obwohl es nebenan kassenfrei wäre, sie tun es für ihr Kind und sie tragen dabei fast immer die stille Frage mit sich, ob sie vielleicht zu lange gewartet haben.

Das ist ehrlich gesagt die schwierigste Kaufsituation, die es überhaupt gibt. Was diese Eltern suchen, ist nämlich nicht deine Qualifikation, die setzen sie ohnehin voraus. Sie suchen Entlastung, also eine Antwort darauf, wie lange ein Termin dauert, ob du erklärst statt nur zu befunden und ob abends jemand erreichbar ist, wenn etwas unklar bleibt.

Genau diese Situation habe ich schon einmal gelöst, nur eben in einem anderen Fach. Bei einer logopädischen Praxis in Baden war das Problem nämlich gar nicht die fehlende Sichtbarkeit, sondern dass sich immer wieder die falschen Familien meldeten. Heute sortiert die Seite schon vor, lange bevor jemand das Kontaktformular überhaupt erreicht.

Erklären, bevor jemand bucht

Manche Leistungen kann niemand buchen, ohne sie vorher verstanden zu haben. Die ADHS-Abklärung bei Erwachsenen ist dafür das deutlichste Beispiel, mit langen Wartezeiten, privater Zahlung und kaum jemand weiß vorher, was dabei eigentlich passiert. Für Psychosomatik und Ganzheitsmedizin gilt im Grunde dasselbe.

Diese Menschen suchen gar nicht nach einem Angebot, sondern nach einer Antwort auf ihre Frage. Sie tippen „was passiert bei einer ADHS Abklärung“ ein und eben nicht „Ordination Wien“. Wer diese Frage auf seiner Seite ehrlich beantwortet, wird gefunden und gebucht, ohne je geworben zu haben.

Praktisch heißt das: der Ablauf in Schritten, ehrliche Angaben zu Dauer und Kosten, was am Ende dabei herauskommt und was ausdrücklich nicht. Das Erklären ist hier nicht die Vorbereitung des Verkaufs, es ist bereits der Verkauf.

Was auf einer Arztwebsite nicht stehen darf

Für dich gilt § 53 Ärztegesetz und dazu die Verordnung der Österreichischen Ärztekammer „Arzt und Öffentlichkeit“. Untersagt ist darin jede unsachliche oder unwahre Information, außerdem herabsetzende Äußerungen über Kolleg:innen, eine wahrheitswidrig behauptete medizinische Exklusivität und die Selbstanpreisung durch aufdringliche oder marktschreierische Darstellung.

Das Gute daran ist, dass die eigene Homepage ausdrücklich erlaubt bleibt, genauso wie die Information über deine Tätigkeitsgebiete, über die Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen und die Einladung deiner Patient:innen zu Kontrollterminen. Verboten ist eben nicht das Zeigen, sondern das Schreien.

Heikel wird es tatsächlich bei Patientenstimmen und Fotos, denn Veröffentlichungen mit Namen oder Bildern von Patient:innen sind nur mit deren erklärter Zustimmung zulässig. Die meisten Webdesigner:innen wissen das schlicht nicht und bauen dir eine Seite mit Bewertungen, für die am Ende du geradestehst und nicht sie.

Ich baue deshalb von vornherein so, dass die Frage gar nicht erst aufkommt, also mit Wirkung über Klarheit und Haltung statt über Superlative. Wie deine Kammer einen Einzelfall beurteilt, klärt im Zweifel natürlich sie selbst. Die Seite bringt dich aber erst gar nicht in diese Lage.

Zuwendung lässt sich nicht behaupten

Auf fast jeder Ordinationsseite steht, dass man sich Zeit nimmt und den Menschen als Ganzes sieht. Genau deshalb glaubt das inzwischen niemand mehr, denn behauptete Zuwendung wird wertlos, sobald sie alle behaupten.

Glaubwürdig wird es erst durch Konkretheit, also dadurch, wie lange ein Erstgespräch bei dir tatsächlich dauert, was du in dieser Zeit wirklich machst, wie viele Termine du am Tag vergibst und warum diese Zahl bewusst niedrig ist. Dazu gehört übrigens auch, was du ausdrücklich nicht anbietest.

Solche Sätze kann am Ende niemand kopieren, weil sie eben nur für dich stimmen. Genau das ist die Arbeit, die noch vor dem Gestalten passiert.

Gefunden werden, ohne zu werben

Gesucht wird bei dir gleich doppelt, nämlich nach Fach und Ort („Psychiater Wien Wahlarzt“, „Kinderärztin 1180 Wahlärztin“) und daneben nach dem ganz konkreten Anliegen („ADHS Diagnostik Erwachsene Wien“, „Psychosomatik Ordination Wien“).

Beides gewinnst du mit sauberer Struktur statt mit Anzeigen, also mit verständlichen Kontakt- und Ordinationszeiten, klaren Überschriften, einer schnellen Ladezeit auf dem Handy und Texten, die dein Schwerpunktgebiet in ganz normaler Sprache benennen.

Willst du dir eine Website für deine Ordination erstellen lassen, ist genau das der Teil, den du zum Glück nicht selbst können musst.

So läuft ein Projekt ab

  1. ZuhörenIn einem ausführlichen Gespräch frage ich so lange nach, bis ich deine Arbeit erklären könnte, als wäre sie meine.
  2. SchärfenDaraus wird dann deine Positionierung, also die Antwort darauf, wofür du stehst und für wen du da bist.
  3. Texten & gestaltenIch schreibe die Texte so, dass sie klingen wie du und gestalte drum herum eine Website, die dich authentisch widerspiegelt.
  4. Umsetzen und auffindbar machenHandgeschriebener Code sorgt dafür, dass deine Website schnell lädt und du bei Google gut gefunden wirst.

Von Erstgespräch bis Livegang vergehen meist sechs bis zehn Wochen. Den Preis bekommst du vorher als Festpreis, damit am Ende keine Überraschung steht.

Ein Beispiel

Der Fall unten kommt aus der Logopädie und nicht aus der Medizin, die dahinterliegende Frage war aber genau dieselbe: Wie zieht eine Praxis eigentlich die Menschen an, für die sie gemacht ist?

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Sollen Menschen verstehen, wofür sie zahlen?

Christian Schwarz

hi@zunderwunder.at

Erzähl mir, wie du arbeitest und wie lange du dir Zeit nimmst. Daraus wird meistens sehr schnell eine Website.